Trip in die Normandie

Normandie, Frankreich – September 2022

Küstenmomente in der Normandie

Im September 2022 zog es mich für ein paar Tage in die Normandie. Ich wollte raus, ans Meer, den Kopf frei bekommen und natürlich fotografieren. Als Unterkunft hatte ich mir ein gemütliches Airbnb in Saint-Valery ausgesucht. Von dort aus konnte ich die Küste erkunden, ohne jeden Tag weiterziehen zu müssen. Genau diese Mischung aus einem festen Rückzugsort und spontanen Ausflügen hat mir gut gefallen. Morgens entscheiden, in welche Richtung es geht, die Kamera einpacken und einfach losfahren – mehr Reiseplan brauchte es für diese Tage eigentlich nicht.

Unterwegs an der Küste

Dieppe, Fécamp und Étretat gehörten zu den Orten, die ich während der Reise besucht habe. Jeder dieser Orte hatte seinen eigenen Charakter, aber überall war die Nähe zum Meer spürbar. Besonders die Steilküste mit ihren Felsen hat mich fotografisch immer wieder angezogen. Dabei waren es gar nicht unbedingt die großen Motive, die mich faszinierten. Vielmehr waren es die Veränderungen innerhalb weniger Minuten: Wolken, die plötzlich aufziehen, Sonnenlicht, das durch eine Lücke fällt, das Meer, das je nach Wetter komplett anders wirkt, oder ein einzelner Mensch, der irgendwo am Rand der Küste unterwegs ist.

Gerade an der französischen Atlantikküste beziehungsweise am Ärmelkanal gehört dieses wechselhafte Wetter für mich einfach dazu. Die Landschaft wirkt dadurch nie statisch. Ein Motiv, das zehn Minuten vorher noch ganz gewöhnlich aussah, kann plötzlich völlig anders wirken. Für mich als Fotograf ist genau das einer der Gründe, warum ich solche Küstenlandschaften immer wieder gerne besuche. Man kann sich auf kein bestimmtes Licht verlassen und muss bereit sein, den Moment zu nutzen, wenn er kommt.

Zwischen Hafenstädten und Steilküste

Auch die kleinen Hafenstädte haben ihren ganz eigenen Reiz. In Dieppe und Fécamp war es schön, einfach ohne großes Ziel durch die Straßen und entlang des Hafens zu laufen. Boote, alte Gebäude, Cafés und Menschen gehören dort genauso zum Stadtbild wie das Meer. Zwischendurch blieb natürlich immer wieder Zeit für gutes Essen oder einen Kaffee. Gerade diese Pausen gehören für mich zu einer Reise dazu. Nicht ständig unterwegs sein, nicht jedes Ziel fotografisch „abarbeiten“, sondern einfach einmal sitzen und die Umgebung auf sich wirken lassen.

Étretat war natürlich noch einmal etwas Besonderes. Die markanten Felsformationen gehören zu den bekanntesten Motiven der Normandie und entsprechend bekannt sind auch viele der Ansichten. Trotzdem ist es etwas völlig anderes, selbst dort zu stehen. Die Größe der Felsen, das Meer und das Licht lassen sich auf einem Foto nur teilweise wiedergeben. Und wie so oft bei bekannten Motiven habe ich versucht, nicht einfach nur das klassische Postkartenbild zu fotografieren, sondern meinen eigenen Blick auf die Landschaft zu finden.

Wenn das Licht zum Motiv wird

Was mir von dieser Reise besonders geblieben ist, sind die Lichtstimmungen. Als Fotograf wartet man manchmal auf genau diesen einen Moment, in dem alles zusammenpasst. Die Wolken ziehen auf, das Meer bekommt eine andere Farbe und plötzlich fällt für wenige Sekunden Licht auf einen Teil der Küste. Dann heißt es Kamera raus, einstellen und fotografieren. Oft ist dieser Moment genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen ist.

Genau deshalb mag ich Reisen mit der Kamera so sehr. Man nimmt eine Landschaft anders wahr, wenn man nicht nur durch sie hindurchgeht, sondern ständig nach Formen, Farben, Licht und kleinen Geschichten sucht. Die Normandie hat mir dafür unglaublich viele Möglichkeiten gegeben. Zwischen den großen Felsen, den kleinen Häfen und den weiten Blicken über das Meer gab es immer wieder etwas zu entdecken.

Ein paar Tage zum Durchatmen

Die Tage in der Normandie waren letztlich gar nicht spektakulär im klassischen Sinne. Ich hatte keinen vollgepackten Reiseplan und wollte auch keinen daraus machen. Ich bin gefahren, wenn ich Lust dazu hatte, bin spazieren gegangen, habe fotografiert, gut gegessen und mir zwischendurch immer wieder Zeit gelassen. Genau das war für mich der eigentliche Wert dieser Reise.

Wenn ich heute auf die Fotos zurückblicke, erinnere ich mich deshalb nicht nur an die einzelnen Orte. Ich erinnere mich an das Wetter, den Wind, das Licht und dieses Gefühl, einfach ein paar Tage am Meer zu sein. Die Normandie hat mir einmal mehr gezeigt, dass gute Fotomotive nicht immer spektakulär sein müssen. Manchmal reicht eine Küste, ein wechselnder Himmel und ein bisschen Zeit, um mit einer Kamera im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.

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Specs

  • Kamera

    Nikon Z7

  • Location

    Normandie, Frankreich
    Saint-Valery-en-Caux, Dieppe, Fécamp, Étretat

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