Mit dem Camper durch die Schweiz:
Einsiedeln, Faido, Lago Maggiore, Stierva, Vierwaldstättersee und Lauerz – unsere Erfahrungen mit Nomady – 2026
Fünf Tage, sechs Orte, jede Menge Berge und Seen – und entgegen jeder Wettervorhersage fast durchgehend Sonnenschein. Vom 31. August bis zum 5. September 2026 waren Sarah und ich mit unserem selbst ausgebauten Fiat Ducato unterwegs. Eigentlich wollten wir einfach ein paar Tage raus, neue Landschaften entdecken und ein wenig Abstand vom Alltag bekommen. Einen festen Reiseplan hatten wir nicht wirklich. Wir wussten nur, dass es in die Schweiz gehen sollte und dass wir diesmal möglichst schöne, ruhige Stellplätze finden wollten.
Dass daraus am Ende eine kleine Rundreise mit einem Abstecher nach Italien werden würde, hat sich unterwegs ergeben. Unsere Route führte uns über Einsiedeln und Faido bis nach Luino an den Lago Maggiore. Anschließend ging es wieder zurück in die Schweiz nach Stierva, Flüelen und Lauerz, bevor wir nach fünf Tagen wieder Richtung Heimat gefahren sind.
Wenn man der Wettervorhersage geglaubt hätte, wäre diese Reise wahrscheinlich gar nicht erst zustande gekommen. Wetter.com hatte für unsere Reisetage ziemlich viel Regen angekündigt – eigentlich eine komplette Woche mit schlechtem Wetter. Für einen Kurztrip mit dem Camper ist das natürlich nicht gerade die beste Aussicht. Wir haben uns trotzdem nicht davon abhalten lassen und sind einfach losgefahren.
Zum Glück.
Denn von der angekündigten Regenwoche war unterwegs erstaunlich wenig zu sehen. Statt grauem Himmel und Dauerregen erwarteten uns Sonne, blauer Himmel und sommerliche Temperaturen. Gerade in den Bergen und an den Seen machte das natürlich einen gewaltigen Unterschied. Plötzlich waren die Aussichten noch beeindruckender, die Wanderungen deutlich schöner und auch die Abende vor dem Camper wurden länger.
Manchmal muss man eine Wettervorhersage eben einfach Wettervorhersage sein lassen.
Bei der Suche nach unseren Stellplätzen wollten wir diesmal bewusst etwas anderes ausprobieren. Wir gehören eher zu den Campern, die ihre Ruhe suchen. Der klassische Campingplatz mit vielen Fahrzeugen, dicht nebeneinander stehenden Wohnmobilen und dem typischen Campingplatztrubel ist einfach nicht so unser Ding. Wir brauchen keine Animation und keinen großen Platz mit zahlreichen Einrichtungen. Viel lieber stehen wir irgendwo in der Natur, machen abends die Tür unseres Ducato auf, stellen unsere Stühle raus und genießen einfach die Umgebung.
Ganz auf Komfort verzichten möchten wir allerdings auch nicht. Eine Toilette und eine Dusche in erreichbarer Nähe sind deshalb natürlich angenehm. Bei der Suche nach passenden Stellplätzen sind wir auf Nomady gestoßen. Über die Plattform lassen sich unterschiedliche, meist sehr individuelle Stellplätze bei privaten Gastgebern finden und direkt buchen. Die Plätze unterscheiden sich dabei teilweise erheblich – von einfachen Stellflächen bis hin zu außergewöhnlichen Orten mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen.
Für uns war vor allem interessant, dass wir damit Plätze abseits des klassischen Campings finden konnten. Also genau die Art von Stellplätzen, nach denen wir gesucht haben. Unsere erste Station sollte gleichzeitig der erste Test werden.
Unsere Reise begann in Einsiedeln. Hier standen wir zum ersten Mal auf einem über Nomady gebuchten Platz und waren direkt ziemlich angetan. Das Sihlseetröimli Schlagen liegt oberhalb des Sihlsees und bietet eine wunderschöne Umgebung. Nach der Anfahrt hatten wir eigentlich gar nicht mehr das Bedürfnis, noch groß etwas zu unternehmen. Wir wollten einfach ankommen.
Also machten wir es uns gemütlich, entzündeten ein kleines Lagerfeuer und kochten uns etwas zu essen. Später gingen wir noch ein Stück hinunter zum See und saßen dort eine Weile. Es war ein ziemlich unspektakulärer Abend – und wahrscheinlich gerade deshalb einer der schönen Momente dieser Reise. Kein Zeitplan, kein Ziel, das noch erreicht werden musste. Einfach sitzen, essen, ein Feuer machen und die Ruhe genießen. Eine öffentliche Toilette war vom Stellplatz aus fußläufig erreichbar, sodass auch das kein großes Thema war.
Für uns war Einsiedeln damit ein ziemlich guter Einstieg in diese Reise und gleichzeitig die Bestätigung, dass diese Art von Stellplätzen gut zu unserem persönlichen Campingstil passt.
Zum Stellplatz Sihlseetröimli Schlagen bei Nomady
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Faido. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zu einem Wasserfall, bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Stellplatz machten. Dieser lag beim Restaurant Alla Meta und sollte sich nicht nur wegen seiner Lage in unsere Reiseerinnerungen einbrennen.
Schon die Anfahrt hatte es in sich. Die Straße wurde immer enger und teilweise unbefestigt. Irgendwann standen wir dann vor einer Sperrung wegen Bauarbeiten. Zum Glück waren gerade Arbeiter vor Ort und ließen uns freundlicherweise noch durchfahren. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich gespannt, wie es weitergehen würde. Dass die Straße am nächsten Tag tatsächlich komplett gesperrt sein würde, wussten wir da noch nicht.
Oben angekommen, waren die Anstrengungen der Fahrt schnell vergessen. Die Aussicht war wirklich schön und wir konnten den Abend entspannt genießen. Später gingen wir direkt im Restaurant Alla Meta essen und freuten uns anschließend über eine richtige Dusche. Danach war für uns eigentlich nur noch schlafen angesagt – und das haben wir ausgesprochen gut gemacht.
Wer den Platz selbst anfahren möchte, sollte allerdings unbedingt auf den Hinweis im Nomady-Listing achten. Fahrzeuge sollten nicht länger als sechs Meter sein. Die Zufahrt ist wirklich sehr eng und hat teilweise extrem spitze Kurven. Mit unserem Ducato war das schon eine kleine Herausforderung. Am nächsten Morgen mussten wir wegen der inzwischen erfolgten Vollsperrung außerdem einen anderen Weg vom Berg herunter nehmen. Auch das gehörte irgendwie zum Abenteuer dazu.
Zum Stellplatz Camp Alla Meta bei Nomady
Von Faido aus machten wir anschließend einen kleinen Abstecher über die Grenze nach Italien. Unser Ziel war Luino am Lago Maggiore. Allerdings hatten wir gar nicht vor, dort zu übernachten. Wir wollten einfach ein paar Stunden italienische Luft schnuppern, ein bisschen durch die Stadt laufen und natürlich etwas essen.
Ausgerechnet an diesem Mittwoch fand in Luino der große Wochenmarkt statt. Das war einerseits schön, weil dadurch jede Menge Leben in der Stadt war, andererseits machte es die Parkplatzsuche nicht gerade einfacher. Mit unserem Ducato einen geeigneten Parkplatz zu finden, war entsprechend etwas mühsam.
Als wir schließlich angekommen waren, schlenderten wir ein wenig über den Markt und schauten uns die verschiedenen Stände an. Anschließend ging es zum wichtigsten Programmpunkt des Tages: Pizza. Die war richtig lecker und danach gönnten wir uns noch einen Kaffee direkt am See. Viel mehr haben wir gar nicht gemacht. Ein paar Stunden Luino, ein kleiner Spaziergang, Markt, Pizza und Kaffee – und schon ging es wieder zurück Richtung Schweiz.
Manchmal braucht es eben keinen ganzen Urlaub in Italien. Ein kleiner Abstecher reicht vollkommen aus, um das Gefühl für ein anderes Land mitzunehmen.
Nach unserem kurzen Ausflug an den Lago Maggiore ging es wieder zurück in die Schweiz. Unser nächstes Ziel war Stierva im Albulatal. Auch hier hatten wir wieder einen besonderen Stellplatz ausgesucht, der ganz anders war als die bisherigen Stationen.
Schon bei unserer Ankunft gab es eine kleine Überraschung. Am Stellplatz stand ein Namensschild mit unserem Namen. Eine eigentlich ganz einfache Geste, über die wir uns trotzdem sehr gefreut haben. Es ist eben etwas anderes, wenn man persönlich begrüßt wird und das Gefühl bekommt, wirklich willkommen zu sein.
Natürlich waren wir anschließend neugierig und haben uns angeschaut, was es im Hofladen zu kaufen gibt. Dort wurden verschiedene Produkte aus eigener Herstellung angeboten, unter anderem Haferflocken, Mehl, Fleisch und Eis. Gerade solche kleinen Einblicke machen für uns den Reiz einer Reise aus. Man kommt nicht einfach auf einen Stellplatz, sondern bekommt gleichzeitig ein kleines Stück vom Leben an diesem Ort mit.
Zum Stellplatz Über dem Albulatal bei Nomady
Von Stierva ging es weiter Richtung Flüelen. Und spätestens hier war für uns klar, welches landschaftliche Highlight diese Reise bereithalten würde: der Vierwaldstättersee.
Dieser See ist einfach beeindruckend. Wenn man aus dem Tunnel kommt und plötzlich dieses Panorama vor sich hat – den See, die Berge, die Farben und dieses unglaubliche Licht – dann ist man innerhalb weniger Sekunden im Urlaub. Genau so haben wir es empfunden.
Zunächst liefen wir ein wenig durch den Ort. Allerdings war es an diesem Tag ziemlich warm und uns wurde schnell klar, dass wir uns etwas anderes suchen mussten. Also drehten wir wieder um. Im Nachhinein war das eine ziemlich gute Entscheidung, denn auf dem Rückweg entdeckten wir einen wunderschönen Strand.
Von dort aus führte ein Wanderweg Richtung Sisikon. Der Weg verlief durch den Wald und teilweise direkt an den Felsen entlang. Es war keine spektakuläre Hochgebirgstour, aber genau das richtige für diesen Tag. Wir konnten im Schatten laufen, immer wieder einen Blick auf den See werfen und die Landschaft genießen.
Der Vierwaldstättersee war für uns ohne Frage einer der Höhepunkte der gesamten Reise. Es gibt diese Orte, bei denen man einfach stehen bleibt und denkt: Das ist jetzt wirklich schön. Genau so ging es uns hier.
Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage wollten wir bewusst etwas Tempo herausnehmen. Deshalb entschieden wir uns, in Lauerz gleich zwei Nächte zu bleiben. Wir wollten nicht jeden Tag alles zusammenpacken, losfahren und wieder einen neuen Stellplatz suchen. Stattdessen wollten wir einfach einmal irgendwo ankommen und bleiben.
Unser Platz mit Panoramablick war dafür genau richtig. Wir machten kleinere Wanderungen, saßen viel in der Sonne und ließen die Tage einfach auf uns zukommen. Eigentlich hatten wir auch darüber nachgedacht, eine größere Wanderung Richtung Rigi zu unternehmen. Bei den warmen Temperaturen und unserer nicht gerade überragenden Kondition entschieden wir uns dann aber doch für kleinere Touren.
Und ehrlich gesagt war das wahrscheinlich die bessere Entscheidung.
Nach den vielen Kilometern und Eindrücken tat es richtig gut, einfach einmal nichts vorhaben zu müssen. Kaffee trinken, draußen sitzen, ein bisschen wandern und die Umgebung genießen. Auch das gehört für uns zum Vanlife dazu.
Zum Stellplatz Panorama Seesicht bei Nomady
Bei dieser Reise hat sich für uns wieder gezeigt, wie angenehm es ist, wenn man im Camper ein gewisses Maß an Unabhängigkeit hat. Unsere Trobolo WandaGo Trockentrenntoilette ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Ducato und gibt uns gerade bei abgelegeneren Stellplätzen zusätzliche Freiheit.
Trotzdem haben wir die Duschen an den Plätzen natürlich gerne genutzt. Es ist einfach schön, wenn man nach einem langen Tag unterwegs nicht nur irgendwo ruhig stehen kann, sondern anschließend auch noch eine richtige Dusche hat.
Wer mehr über unsere Erfahrungen mit der WandaGo wissen möchte, findet dazu bereits einen ausführlichen Beitrag auf meinem Blog:
Mehr als eine Toilette: Wie die Trobolo WandaGo mir grenzenlose Gelassenheit auf Reisen schenkt
Nach dieser Reise werden wir Nomady sicherlich auch zukünftig bei der Stellplatzsuche berücksichtigen. Die Buchungen haben für uns absolut problemlos funktioniert und die Abwicklung war unkompliziert. Besonders gut gefällt uns die Möglichkeit, Stellplätze zu finden, die etwas individueller sind und nicht dem klassischen Campingplatz entsprechen.
Bei den Preisen gibt es allerdings durchaus Unterschiede. Viele Plätze finden wir völlig in Ordnung, bei manchen ist der Preis für die gebotene Ausstattung aus unserer Sicht etwas hoch. Das ist natürlich immer auch eine persönliche Einschätzung und hängt davon ab, was man von einem Stellplatz erwartet.
Für uns hat sich das Konzept auf dieser Reise jedenfalls bewährt. Wir haben einige sehr unterschiedliche Plätze kennengelernt und dabei festgestellt, dass diese Art des Reisens ziemlich gut zu uns passt.
Auch an unserem eigenen Camper gab es auf dieser Reise ein paar Neuerungen. Neu im Ausbau waren unter anderem ein provisorisches Regal aus Kisten für Kleidung und Schuhe, unsere Sitzgruppe mit Esstisch sowie das Induktionskochfeld und die Kaffeemaschine.
Alles hat gut funktioniert. Aber genau darum geht es beim Selbstausbau für mich eigentlich: Man merkt erst unterwegs, was man wirklich braucht.
Eine Lösung kann auf dem Papier noch so gut aussehen. Erst wenn man mehrere Tage darin lebt, morgens Kaffee macht, kocht, seine Kleidung sucht, am Tisch sitzt und jeden Zentimeter Stauraum nutzt, zeigt sich, ob etwas wirklich praktisch ist.
Genau deshalb bin ich froh, dass wir unseren Ducato selbst ausbauen und keinen fertigen Ausbau von der Stange gekauft haben. Ich kann Dinge ausprobieren und anschließend so verändern, dass sie zu unseren Bedürfnissen passen. Das neue Kistenregal ist dafür ein gutes Beispiel. Vielleicht bleibt es nicht dauerhaft so, vielleicht wird daraus irgendwann eine schönere Lösung. Aber zunächst einmal wollten wir herausfinden, ob die Idee für uns funktioniert.
Und natürlich habe ich nach dieser Reise schon wieder einige neue Ideen, wie es mit dem Ausbau weitergehen könnte. Ich glaube, ganz fertig wird so ein Selbstausbau wahrscheinlich nie.
Fünf Tage sind eigentlich gar nicht besonders lang. Trotzdem hatten wir am Ende das Gefühl, deutlich länger unterwegs gewesen zu sein. Wir haben wunderschöne Landschaften gesehen, sind durch kleine Orte gefahren, haben einen Wasserfall besucht, Pizza am Lago Maggiore gegessen, einen Hofladen entdeckt und sind am Vierwaldstättersee gewandert.
Unser persönliches Highlight war ganz klar der Vierwaldstättersee. Dieses Panorama, wenn man aus dem Tunnel kommt, hat sich bei uns sofort eingebrannt. Aber auch der Stellplatz Alla Meta in Faido wird uns noch lange in Erinnerung bleiben – nicht zuletzt wegen der etwas abenteuerlichen Anfahrt.
Was wir von dieser Reise vor allem mitgenommen haben, ist die Erkenntnis, dass wir genau diese Art des Reisens mögen. Ruhige Stellplätze, schöne Landschaften und die Freiheit, nicht jeden Tag einen festen Plan zu haben. Wir möchten nicht möglichst viele Kilometer machen und auch nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag abhaken. Viel wichtiger ist uns, gemeinsam unterwegs zu sein und die Orte wirklich auf uns wirken zu lassen.
Und manchmal bedeutet das eben auch, zwei Nächte an einem Ort zu bleiben, obwohl man theoretisch längst weiterfahren könnte. Oder spontan über die Grenze nach Italien zu fahren, um in Luino eine Pizza zu essen und einen Kaffee am Lago Maggiore zu trinken.
Genau diese kleinen Dinge machen unsere Reisen aus.
Die Schweiz hat uns auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gesehen.
Wir kommen wieder. 🇨🇭
Deutschland → Einsiedeln → Faido → Luino / Lago Maggiore → Stierva → Flüelen / Vierwaldstättersee → Lauerz → Deutschland

Hey Alex,
was für schönes Reisetagebuch mit (natürlich) SEHR schönen Bildern.
Bei einem Bild musste ich so lachen, weil ich an David Hasselhoff denken musste. Der Fiat sieht mit dem roten Licht aus wie KITT. Oder eher wie sein großer Bruder.
Ich freue mich auf den nächsten Bericht.
Liebe Grüße aus dem Norden
Andreas
Vielen lieben Dank Andreas.
Den Gedanken zu KITT kann ich gut nachvollziehen :-D. Wir sind halt doch immer noch Kinder der 80er
Liebe Grüße
Alex