Wer viel mit dem Camper unterwegs ist, verbringt zwangsläufig auch einige Stunden hinter dem Lenkrad. Gerade auf längeren Strecken sind Navigation, Musik und die Verbindung zum Smartphone für mich deshalb wichtige Bestandteile einer angenehmen Fahrt. Als ich meinen Fiat Ducato Serie 8 ausgebaut habe, stand irgendwann auch die Frage im Raum, ob das originale Radio meinen Vorstellungen entspricht oder ob eine modernere Lösung sinnvoll wäre. Das werkseitige System erfüllt zwar grundsätzlich seinen Zweck, konnte mich hinsichtlich Bedienung, Funktionsumfang und Darstellung allerdings nicht wirklich überzeugen. Ich wollte ein großes, übersichtliches Display, eine unkomplizierte Smartphone-Anbindung und vor allem eine Lösung, die sich möglichst gut in die vorhandene Fahrzeugtechnik integrieren lässt.
Meine Wahl fiel schließlich auf das Dynavin D9 DCX Plus Flex. Ein fahrzeugspezifisches Infotainmentsystem mit einem 10,1 Zoll großen Touchscreen, das für die Integration in den Ducato entwickelt wurde und deutlich mehr Möglichkeiten bietet als ein klassisches Autoradio. Besonders interessant fand ich neben Apple CarPlay, Android Auto und DAB+ auch die Möglichkeit, die originale Rückfahrkamera weiterzuverwenden. Gerade bei einem großen Fahrzeug wie meinem Ducato möchte ich auf diese Funktion nicht verzichten. Inzwischen konnte ich mit dem Dynavin einige Erfahrungen sammeln und habe dabei nicht nur die Stärken des Systems kennengelernt, sondern auch festgestellt, dass man sich vor dem Einbau etwas genauer mit der Fahrzeugausstattung und den benötigten Adaptern beschäftigen sollte.
Das Dynavin im Alltag – modernes Infotainment im Ducato
Was mir am Dynavin besonders gefällt, ist die Kombination aus moderner Technik und einer Optik, die sich gut in das Cockpit des Ducato einfügt. Das große Display wirkt nicht wie ein beliebiges Tablet, das nachträglich irgendwo befestigt wurde, sondern wie ein Bestandteil des Fahrzeugs. Gerade im Vergleich zum ursprünglichen Radio macht das einen deutlichen Unterschied. Die Darstellung ist übersichtlich, das Display lässt sich gut ablesen und bietet ausreichend Platz für die Navigation oder das Bild der Rückfahrkamera. Auch die Bedienung empfinde ich im Alltag als angenehm, weil die wichtigsten Funktionen schnell erreichbar sind und ich nicht ständig zwischen verschiedenen Geräten wechseln muss.
Besonders die Smartphone-Anbindung ist für mich ein großer Vorteil. Mit Apple CarPlay beziehungsweise Android Auto lassen sich kompatible Navigations- und Musik-Apps direkt über das große Display nutzen, sofern die entsprechende Funktion freigeschaltet ist. Wer regelmäßig mit dem Camper unterwegs ist, weiß wahrscheinlich, wie praktisch das sein kann. Statt auf ein kleines Smartphone schauen zu müssen, werden Karten, Abbiegehinweise und andere Informationen deutlich größer dargestellt. Dazu kommen Funktionen wie DAB+, Bluetooth, USB-Anschlüsse und die Möglichkeit, den Klang über einen 16-Band-Equalizer an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Gerade die umfangreichen Audioeinstellungen sind interessant, wenn man mehr Wert auf einen guten Klang legt oder später zusätzliche Lautsprecher beziehungsweise andere Audiokomponenten einsetzen möchte.
Technisch bietet das D9 unter anderem ein Display mit einer Auflösung von 1280 × 720 Pixeln, eine Android-basierte Bedienoberfläche und verschiedene Möglichkeiten zur Einbindung der Fahrzeugfunktionen. Je nach Geräteausführung und Ausstattung können beispielsweise Lenkradtasten, Fahrzeugsignale und die Rückfahrkamera eingebunden werden. Interessant finde ich außerdem das Flex-Konzept, bei dem die Recheneinheit modular aufgebaut ist. Der Gedanke dahinter ist, bestimmte Hardwarekomponenten später aktualisieren zu können, ohne zwangsläufig das gesamte System austauschen zu müssen. Gerade bei einem Camper, den man über viele Jahre nutzen möchte, ist das grundsätzlich eine interessante Möglichkeit. Welche Komponenten tatsächlich nachrüstbar sind, sollte man allerdings immer anhand der jeweiligen Gerätegeneration prüfen.
Wenn Du Dir das System genauer ansehen möchtest, findest Du hier das Dynavin D9 DCX Plus Flex bei Amazon (Affiliate-Link). Wichtig ist bei der Auswahl, dass Du tatsächlich die passende Ausführung für den Fiat Ducato Serie 8 bestellst und nicht nur anhand der Displaygröße entscheidest. Die fahrzeugspezifische Integration ist schließlich einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich mich für dieses Radio entschieden habe.
Einbau, Adapter und die originale Rückfahrkamera
So unkompliziert sich die Bedienung im Alltag gestaltet, ganz so einfach ist der Einbau nicht unbedingt. Wer bereits einmal ein universelles Nachrüstradio eingebaut hat, könnte zunächst davon ausgehen, dass sich auch das Dynavin mit ein paar Steckverbindungen anschließen lässt. Beim Fiat Ducato Serie 8 sollte man allerdings genauer hinschauen, denn je nach Fahrzeugausstattung unterscheiden sich die vorhandenen Anschlüsse und die benötigten Komponenten. Insbesondere die Integration der Fahrzeugfunktionen und der originalen Rückfahrkamera erfordert etwas Vorbereitung. Deshalb würde ich vor einer Bestellung immer zunächst prüfen, welche Ausstattung im eigenen Ducato verbaut ist und welche Adapter dafür tatsächlich benötigt werden.
Bei meinem Einbau spielte vor allem der fahrzeugspezifische Anschlussadapter DVN-APTDC8 eine wichtige Rolle. Dieser dient dazu, das Dynavin in die vorhandene Fahrzeugelektronik einzubinden und die entsprechenden Signale bereitzustellen. Je nach Ausstattung betrifft das unter anderem die Kommunikation mit dem Fahrzeug, die Lenkradbedienung und weitere fahrzeugabhängige Funktionen. Zusätzlich wird der passende Einbaurahmen beziehungsweise die entsprechende Radioblende benötigt, damit das neue Gerät sauber im Cockpit sitzt. Diese Teile sollte man bei der Planung nicht vergessen, da sie nicht zwangsläufig in jedem angebotenen Set enthalten sind. Den DVN-APTDC8 für den Fiat Ducato 8 findest Du hier bei Amazon (Affiliate-Link). Ich würde allerdings vor dem Kauf immer noch einmal den Lieferumfang mit der eigenen Fahrzeugausstattung vergleichen.
Etwas aufwendiger war bei mir das Thema Rückfahrkamera. Mein Ducato besitzt bereits eine werkseitig verbaute Kamera, die ich unbedingt weiterverwenden wollte. Es wäre schließlich wenig sinnvoll gewesen, eine funktionierende Kamera auszubauen oder durch ein zusätzliches System zu ersetzen, nur weil ein anderes Radio eingebaut wird. Allerdings lässt sich die originale Kamera nicht einfach direkt an das Dynavin anschließen. Um die werkseitige Rückfahrkamera meines Fiat Ducato Serie 8 mit dem Dynavin D9 DCX Plus Flex weiterzuverwenden, wird zusätzlich das Kameramodul CAM-RT-CH01 benötigt. Dieses übernimmt die notwendige Anpassung des vorhandenen Kamerasignals, damit es vom neuen Radio verarbeitet werden kann.
Genau an dieser Stelle wurde es bei meinem Einbau zunächst etwas komplizierter, denn ich hatte anfangs einen Adapter bestellt, der für meine Konfiguration nicht geeignet war. Besonders hilfreich war bei der Fehlersuche ein genauer Blick auf die vorhandenen Anschlüsse. Bei meinem Ducato befindet sich eine relevante Steckverbindung für die originale Rückfahrkamera hinter dem Handschuhfach. Der violette Fakra-Stecker spielte dabei eine wichtige Rolle. Wenn man sich zum ersten Mal mit diesen Anschlüssen beschäftigt, ist das nicht unbedingt selbsterklärend. Verschiedene Stecker, Adapter und fahrzeugspezifische Kabelbäume können schnell für Verwirrung sorgen. Deshalb würde ich mich beim Einbau nicht allein auf allgemeine Anschlussbilder aus dem Internet verlassen, sondern möglichst genau prüfen, welche Komponenten tatsächlich im eigenen Fahrzeug vorhanden sind. Nur weil ein Anschluss bei einem anderen Ducato gleich aussieht, muss die gesamte Kamera- und Radioausstattung nicht identisch sein.
In meinem Fall konnte mir der Dynavin-Support weiterhelfen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ich zunächst den falschen Kameraadapter bestellt hatte, wurde dieser problemlos zurückgenommen und mir mit dem CAM-RT-CH01 die passende Lösung empfohlen. Damit ließ sich die originale Rückfahrkamera schließlich in das neue System integrieren. Genau solche Situationen zeigen für mich, weshalb eine gute Unterstützung durch den Hersteller bei fahrzeugspezifischer Technik wichtig ist. Die Integration der Rückfahrkamera funktioniert schließlich nur dann vernünftig, wenn das Signal korrekt verarbeitet wird und das Radio beim Einlegen des Rückwärtsgangs zuverlässig auf das Kamerabild umschaltet.
Wer das Dynavin selbst einbauen möchte, sollte deshalb nicht nur den eigentlichen Radioanschluss berücksichtigen, sondern auch die vorhandene Fahrzeugtechnik. Der DVN-APTDC8 und das CAM-RT-CH01 erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ersetzen sich nicht gegenseitig. Während der eine Adapter für die Integration des Radios in die Fahrzeugelektronik vorgesehen ist, wird das zusätzliche Kameramodul für die Nutzung der originalen Rückfahrkamera benötigt. Gerade diese Unterscheidung hätte mir bei der ursprünglichen Planung einiges an Recherche erspart.
Zusätzliche Kosten und meine Erfahrungen mit dem Dynavin-Support
Ein Punkt, den man vor dem Kauf des Dynavin unbedingt berücksichtigen sollte, sind mögliche zusätzliche Kosten für bestimmte Funktionen. Denn nicht alles, was das System technisch unterstützt, ist bei jeder angebotenen Gerätevariante automatisch freigeschaltet. Insbesondere die Aktivierung von Zlink und das sogenannte Dynapp-Pack können zusätzliche Ausgaben verursachen. Zlink wird für die Nutzung von Apple CarPlay und Android Auto benötigt, während das Dynapp-Pack weitere Softwaremöglichkeiten eröffnet. Dazu gehören je nach Paket unter anderem zusätzliche Navigations- und App-Funktionen. Bei meiner damaligen Recherche waren für beide Aktivierungen jeweils 99 Euro angegeben. Da sich Preise und angebotene Pakete ändern können, würde ich vor der Bestellung unbedingt prüfen, welche Funktionen bereits enthalten sind und welche separat erworben werden müssen.
Gerade wenn man das Radio hauptsächlich wegen Apple CarPlay oder Android Auto kaufen möchte, wäre es ärgerlich, erst nach dem Einbau festzustellen, dass die gewünschte Funktion noch zusätzlich aktiviert werden muss. Deshalb würde ich bei einem Preisvergleich niemals ausschließlich auf den eigentlichen Gerätepreis schauen, sondern die benötigten Adapter, den Einbaurahmen und die gewünschten Softwarefreischaltungen mit einrechnen. Erst dadurch ergibt sich ein realistisches Bild der gesamten Anschaffungskosten. Das Dynavin ist ohnehin keine Lösung, die man nur deshalb kauft, weil man möglichst günstig ein neues Radio haben möchte. Für mich liegt der Mehrwert in der fahrzeugspezifischen Integration und in den Möglichkeiten, die das System im täglichen Einsatz bietet.
Positiv überrascht hat mich bei Dynavin der Kundensupport. Ich musste diesen nämlich nicht nur wegen der Rückfahrkamera in Anspruch nehmen, sondern auch aufgrund eines Defekts an meiner ursprünglichen Einheit. Das Gerät wurde problemlos ausgetauscht, und für das Ersatzgerät wurden mir die bereits gekauften Aktivierungscodes erneut zur Verfügung gestellt. Ich musste die Freischaltungen also nicht ein zweites Mal bezahlen. Gerade bei einem System, dessen Funktionsumfang teilweise von zusätzlichen Softwarepaketen abhängt, fand ich diese unkomplizierte Abwicklung ausgesprochen angenehm. Auch bei Fragen zur Stromversorgung und zur Einbindung des Radios in meinen Camper habe ich hilfreiche Unterstützung erhalten.
Ein weiteres Thema, das man bei einem Nachrüstradio nicht unterschätzen sollte, ist die Stromversorgung während längerer Standzeiten. Während ein Fahrzeug im normalen Alltag meist regelmäßig bewegt wird, kann ein Camper durchaus mehrere Tage an einem Ort stehen. Wenn zusätzliche Elektronik dauerhaft oder im Standbetrieb Strom aus der Starterbatterie benötigt, sollte man sich deshalb Gedanken darüber machen, wie sich eine unnötige Entladung vermeiden lässt. Ich habe mich mit diesem Problem ebenfalls beschäftigt und dazu einen eigenen Beitrag geschrieben: Nie wieder eine leere Starterbatterie – der Wechselrelais-Hack für Dein Wohnmobil. Gerade bei einem umfangreicheren technischen Ausbau lohnt es sich meiner Meinung nach, die verschiedenen Verbraucher und ihre Stromversorgung nicht isoliert voneinander zu betrachten.
Mein Fazit zum Dynavin D9 DCX Plus Flex
Für mich hat das Dynavin D9 DCX Plus Flex das Cockpit meines Fiat Ducato deutlich aufgewertet. Das große Display, die moderne Bedienung und die Verbindung zum Smartphone sind auf längeren Fahrten angenehm, während die Möglichkeit zur Integration der originalen Rückfahrkamera und weiterer Fahrzeugfunktionen gut zu einem fahrzeugspezifischen Nachrüstsystem passt. Besonders die übersichtliche Darstellung und die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten machen das Radio für mich zu einer sinnvollen Ergänzung. Wer viel unterwegs ist und Navigation, Musik und Smartphone-Funktionen regelmäßig nutzt, wird die Vorteile eines solchen Systems wahrscheinlich schnell zu schätzen wissen.
Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass der Einbau etwas Vorbereitung erfordert. Gerade die unterschiedlichen Ausstattungsvarianten des Ducato Serie 8, die Einbindung der Rückfahrkamera und die Auswahl der passenden Adapter verdienen Aufmerksamkeit. Dazu kommen die möglichen Zusatzkosten für Softwarefreischaltungen, die man beim Kauf nicht übersehen sollte. Das Dynavin ist für mich deshalb kein Produkt, das ich allein aufgrund der technischen Daten empfehlen würde. Entscheidend ist vielmehr, ob die gewünschten Funktionen tatsächlich zur eigenen Fahrzeugausstattung passen und ob man bereit ist, sich vor dem Einbau mit den verschiedenen Anschlussmöglichkeiten zu beschäftigen.
Was für mich am Ende ebenfalls zählt, ist die Erfahrung mit dem Hersteller. Sowohl beim Austausch meines defekten Geräts als auch bei der Lösung des Kameraadapter-Problems hat mich Dynavin gut unterstützt. Gerade weil bei einem selbst ausgebauten Camper nicht immer alles auf Anhieb so funktioniert wie geplant, ist das für mich ein wichtiger Punkt. Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich mich deshalb wieder für das D9 DCX Plus Flex entscheiden. Nicht unbedingt, weil ich jede einzelne technische Funktion benötige, sondern weil das System meinen Ducato im täglichen Gebrauch tatsächlich angenehmer macht und sich gut in mein vorhandenes Fahrzeugkonzept einfügt.
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