Reise nach Österreich
Galtür – 2024 und 2025
Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einen Ort besonders machen. Manchmal ist es einfach die Landschaft, die Ruhe und dieses Gefühl, irgendwo angekommen zu sein, wo der Alltag für eine Weile ganz weit weg ist.
Galtür im hinteren Paznaun-Tal in Tirol ist so ein Ort. Auf rund 1.584 Metern Höhe liegt das Dorf mitten in der Bergwelt der Silvretta-Alpen. Schon die Anfahrt macht deutlich, dass man sich hier in einer anderen Welt befindet. Die Berge werden immer mächtiger, das Tal enger und irgendwann ist man einfach umgeben von Gipfeln, Wiesen und dieser ganz besonderen alpinen Atmosphäre.
Galtür ist dabei nicht nur im Sommer interessant. Je nach Jahreszeit verändert sich der Charakter des Ortes komplett. Im Sommer stehen Wandern, Klettern und Ausflüge in die umliegende Bergwelt im Mittelpunkt, während im Winter Schnee und Wintersport das Bild bestimmen.
Für mich ist es genau diese Kombination, die Galtür interessant macht: Man kann hier aktiv unterwegs sein, muss aber nicht ständig etwas unternehmen. Man kann genauso gut einfach sitzen, die Berge anschauen und den Tag etwas langsamer angehen lassen.
Auf den ersten Blick wirkt Galtür wie ein typisches, idyllisches Bergdorf. Doch hinter dieser Idylle steckt auch eine Geschichte, die den Ort bis heute prägt.
Der Name Galtür geht auf das lateinische „cultura“ zurück und erinnert an die Engadiner, die einst in das Tal kamen und es kultivierten. Über Jahrhunderte haben die Menschen hier gelernt, mit der Natur und vor allem mit den Bergen zu leben.
Wie gewaltig diese Natur sein kann, wurde Galtür am 23. Februar 1999 auf tragische Weise vor Augen geführt. An diesem Tag ging eine Lawine ab und 31 Menschen verloren ihr Leben.
Heute erinnert unter anderem das Alpinarium Galtür an dieses Unglück. Der Bau ist dabei ungewöhnlich, denn das Alpinarium ist gleichzeitig Museum, Kunstgalerie und Bestandteil einer großen Lawinenschutzmauer.
Ein Besuch dort ist deshalb etwas anderes als der typische Museumsbesuch. Man beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes, mit Lawinen, Klima und dem Leben im alpinen Raum und bekommt gleichzeitig einen Eindruck davon, wie eng die Menschen hier mit ihrer Umgebung verbunden sind.
Auch die Architektur selbst ist beeindruckend. Dazu kommt das Café mit seinem Panoramablick, das sich gut für eine Pause nach dem Museumsbesuch eignet.
Im Sommer zeigt sich Galtür von einer ganz anderen Seite. Dann gehören Wanderschuhe, Fahrräder und Kletterausrüstung zum Ortsbild.
Rund um Galtür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Bergwelt zu erkunden. Dabei muss es nicht immer die große Gipfeltour sein. Gerade die kleineren Wege und Wanderungen bieten immer wieder schöne Ausblicke und führen durch eine Landschaft, in der man sich schnell etwas verlieren kann – im positiven Sinn.
Auch für Kletterer gibt es interessante Möglichkeiten. Oberhalb der Alpkogelbahn befindet sich beispielsweise ein Boulderpark, der zu den höchstgelegenen seiner Art in Europa zählt.
Und wer die Berge lieber vom Fahrzeug aus entdeckt, sollte sich die Silvretta-Hochalpenstraße ansehen. Die Strecke führt über zahlreiche Kehren hinauf zur Bielerhöhe und gehört für mich zu den Straßen, bei denen schon die Fahrt selbst zum Erlebnis wird.
Oben angekommen wartet der Silvretta-Stausee. Das türkisfarbene Wasser vor der Kulisse der hohen Berge ist ein Motiv, bei dem man wahrscheinlich nicht nur als Fotograf automatisch die Kamera herausholt.
Über allem thront unter anderem der Piz Buin mit seinen 3.312 Metern. Allein dieser Anblick macht deutlich, in welcher gewaltigen Landschaft man sich hier bewegt.
Während im Sommer die grünen Wiesen und Wanderwege das Bild bestimmen, wird Galtür im Winter zu einer komplett anderen Landschaft.
Das Skigebiet Silvapark Galtür bietet verschiedene Möglichkeiten für Wintersportler und ist dabei deutlich kleiner und überschaubarer als das nahegelegene Ischgl. Neben Skipisten gibt es Möglichkeiten zum Rodeln, Winterwandern und Langlaufen.
Gerade diese Mischung macht den Winter in Galtür interessant. Nicht jeder möchte den ganzen Tag auf Skiern stehen. Manchmal reicht auch eine Wanderung durch den Schnee, eine gemütliche Hütte und anschließend ein heißes Getränk.
Für sportlich ambitionierte Besucher gibt es außerdem verschiedene Veranstaltungen, die Galtür auch über die Wintersaison hinaus zu einem Treffpunkt für Sportler machen.
Wer in Galtür unterwegs ist, kann natürlich auch einen Abstecher ins benachbarte Ischgl machen. Für uns ist dabei nicht unbedingt der Trubel des Ortes selbst der interessanteste Teil, sondern die Bergwelt oberhalb von Ischgl.
Mit der Silvretta-Seilbahn geht es innerhalb weniger Minuten hinauf auf über 2.300 Meter. Oben angekommen befindet man sich mitten in der Silvretta Arena und damit in einer Landschaft, die mit dem Talort kaum noch etwas gemeinsam hat.
Ein schönes Ziel dort oben ist das Erlebnisareal Vider Truja. Rund um einen kleinen See führen Holzstege und Wege durch die Landschaft. Dazu kommen Wasserspiele, Grillmöglichkeiten und ein Barfußpfad.
Gerade mit Kindern lässt sich hier einiges entdecken. Es gibt einen größeren Spielplatz und verschiedene Möglichkeiten, Zeit draußen zu verbringen. Für mich als Fotograf ist natürlich vor allem die Umgebung interessant. Die Berge rundherum liefern Motive eigentlich ganz automatisch.
Man kann dort oben aber auch einfach einmal eine Pause machen, sich hinsetzen und die Aussicht genießen. Und genau dafür sind solche Orte schließlich auch da.
Wer mit der Familie nach Galtür kommt, findet mit der Kinderhotel Alpenresidenz Ballunspitze eine Unterkunft, die ganz auf Familien ausgerichtet ist.
Was mir dabei besonders auffällt, ist die Kombination aus familiärer Atmosphäre und dem umfangreichen Angebot. Die Zimmer und Suiten sind modern und gemütlich eingerichtet und bieten einen guten Rückzugsort nach einem Tag draußen.
Dazu kommt ein großzügiger Wellnessbereich mit verschiedenen Saunen, Innenpool und unterschiedlichen Anwendungen. Gerade wenn das Wetter einmal nicht mitspielt oder nach einem langen Tag in den Bergen die Beine müde sind, ist so ein Bereich natürlich eine angenehme Ergänzung.
Für die Kinder gibt es ein umfangreiches Programm mit Betreuung und verschiedenen Aktivitäten. Gebastelt und gespielt wird ebenso wie draußen die Natur erkundet. Ein Abenteuerspielplatz, Kino und verschiedene Spielbereiche sorgen dafür, dass auch bei schlechtem Wetter keine Langeweile aufkommen muss.
Auch beim Essen ist das Angebot auf Familien eingestellt. Neben regionalen Tiroler Gerichten gibt es verschiedene internationale Speisen und eigene Angebote für Kinder.
Damit ist die Ballunspitze vor allem für Familien interessant, die ihren Urlaub nicht komplett selbst organisieren möchten und Wert darauf legen, dass auch für die Kinder verschiedene Möglichkeiten vorhanden sind.
Was mir an Galtür besonders gefällt, ist die Mischung aus Natur und Geschichte.
Auf der einen Seite stehen die beeindruckenden Berge, die Wanderwege, der Silvretta-Stausee und die vielen Möglichkeiten, draußen unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite gibt es die Geschichte des Ortes und insbesondere die Erinnerung an die Lawinenkatastrophe von 1999.
Beides gehört zu Galtür. Die Berge sind nicht einfach nur eine schöne Kulisse für den Urlaub. Sie bestimmen das Leben der Menschen hier und können gleichzeitig faszinierend und unberechenbar sein.
Genau dieser Gedanke bleibt bei einem Besuch im Alpinarium besonders hängen.
Und vielleicht ist das auch das Schöne an Galtür: Man kommt hierher, um die Berge zu erleben, entdeckt dabei aber gleichzeitig einen Ort, der mehr zu erzählen hat als nur schöne Landschaften.
Ob Sommer oder Winter, ob Wanderung, Ausflug, Museumsbesuch oder einfach ein ruhiger Tag in den Bergen – Galtür bietet viele Möglichkeiten, ohne dass man ständig das Gefühl haben muss, etwas erleben zu müssen.
Manchmal reicht es schließlich auch, einfach durchzuatmen, nach oben zu schauen und festzustellen, dass man gerade genau am richtigen Ort ist.

Fotoshootings mit Tamara
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